Montag, 3. Juni 2019

Fragen


Max Frisch, Tagebuch 1966-1971)
Jeden Tag nach meiner Arbeit komme ich an dieser Mauer vorbei. 
Die Fragen laden zum Überlegen ein:
  • Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik?
  • Hoffen Sie auf ein Jenseits?
  • Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?

    Warum? Stichworte genügen.






    Sonntag, 2. Juni 2019

    Welch ein Geschenk

    Heute blieb mein alter Wecker stehen. Es ist ein guter Wecker und interessanterweise bleibt er meist an einem Feiertag stehen, genau dann, wenn ich ihn passenderweise nicht brauche. Heute war also wieder Zeit für einen Batteriewechsel.
    Nach einer Weile schaute ich dann mal zum Wecker und staunte nicht schlecht: Die Zeiger gingen rückwärts! Nach ein paar Stunden stellte ich fest, dass es wieder 7 Uhr morgens war und ich den ganzen freien Tag vor mir hatte. 
    Welch ein Geschenk!

    Sonntag, 23. September 2018

    Himmel...!


    Mein Blick geht zum Himmel und ich staune über die Spuren all der Flugzeuge voller Menschen, die von irgendwoher nach irgendwohin wollen.

    Für eine Weile bleiben diese narbenähnlichen Spuren am Himmel sichtbar. Wann sah ich das letzte Mal einen unversehrten Himmel?

    Und ja, ich fliege auch 1-2 Mal im Jahr...

    Mittwoch, 12. September 2018

    Zufallskunst

    Heute an einer Bushaltestelle in der Stadt. Ich sehe dieses Anschlagbrett, das auf den ersten Blick leer ist, da keine Information aufgehängt ist. Die Tafel ist aber alles andere als leer: Unmengen von benutzten Bostich-Klammern stecken noch, es ist wie ein Kunstwerk, zufällig über die Jahre entstanden. Wieviele Zettel, Notizen und Anschläge über Konzerte, Yogaseminare, vermisste Haustiere, Baustellen und Umleitungen haben wohl hier gehangen?
    Und jetzt ist die Tafel leer – und gleichzeitig voll von Vergangenheit.
    Viel Leerraum für die Zukunft!


    Sonntag, 2. September 2018

    Richtig!

    Kürzlich las ich irgendwo folgende, auf den ersten Blick scheinbar banale Weisheit: 
    „Es ist nie falsch, das Richtige zu tun“.


    Samstag, 1. September 2018

    PEPP

    Heute fand die Eröffnung des neuen Zentrums PEPP (Prävention Entwicklung Psychiatrie Psychotherapie) in Lenzburg statt. Interessierte Menschen von nah und fern trafen sich zur Besichtigung der hellen und schön eingerichteten Räumlichkeiten. Das engagierte Wirken der drei Fachfrauen* Hofer & Rusterholz & Scheid war an diesem ersten offiziellen Tag bereits gut spürbar. Mit einer Kaffeetasse in der Hand bot sich Gelegenheit alte Bekannte zu begrüssen und interessante neue Bekanntschaften zu machen.
    Es beeindruckt mich immer wieder, wenn der Impuls, Neues zu wagen, auch umgesetzt wird. Es braucht Mut, Idealismus und Können. Und Freude an der Sache! (Siehe auch *)
    Ich wünsche euch viel Erfolg!

    * an dieser Stelle hat sich die Autorin zuerst vertippt und Fachfreuen geschrieben. Fand ich wunderbar passend! Auch Herr S. Freud hätte vielleicht Freude gehabt!

    Dienstag, 28. August 2018

    Fokuswechsel


    Der Zufall wollte, dass ich heute eine längere Mittagspause machen konnte. Für mich war es naheliegend, dass ich an diesem wunderbaren Spätsommertag raus ins Grüne in das nicht allzu weit entfernte Bio-Bad wollte. Beim langsamen und erholsamen Schwimmen hatte ich Gelegenheit, die wunderbar pastellfarbigen Seerosen zu betrachten. Ja, da stehen sie alle mit dem Wasser bis zum Hals. 

    - Wie schön wäre es, wenn wir Menschen, falls wir mal das Gefühl hätten, dass uns „das Wasser bis zum Hals“ steht, ebenfalls den Blick zur Sonne wenden oder die Bienen und Libellen einfach für einen Moment betrachten könnten. Könnte uns dies eventuell einen kleinen Moment der Entspannung schenken? Oder für eine Gedankenpause sorgen, so dass eine vielleicht unerwartete Idee oder Lösung für das Wasser-bis-zum-Hals-Gefühl entstehen könnte? …

    Ich schwamm weiter, „im Wasser bis zum Hals“, und kam auf die Idee, meinen stillgelegten Blog wieder zu aktivieren.


    Dienstag, 31. Dezember 2013

    Neues...

    Bald fängt das neue Jahr 2014 an.
    Einige von uns haben ganz tolle und ehrenwerte Vorsätze, die per 1.1. umgesetzt werden wollen. Einiges gelingt, einiges bleibt beim Alten. Es ist auf jeden Fall eine Gelegenheit zu überlegen, was man im neuen Jahr angehen möchte. Mit jedem Tag wird es draussen heller, die Agenda bietet noch Platz für Vieles, nur - angehen und machen müssen wir selber: Lernen, erleben, kennenlernen, sehen, üben, verfeinern, ja sogar das Sein-Lassen will geübt sein. Deshalb gebe ich diesen Blog jetzt eine kleine Pause, - damit anderes entstehen kann....
    Alles Gute im neuen Jahr!

    Montag, 21. Oktober 2013

    Gute Pflege!

    Der Zufall wollte, dass ich ins Spital musste. Zwar war ich nur 36 Stunden als Patientin dort, aber die hoch kompetente und gleichzeitig liebevolle Betreuung, Pflege und Zuwendung der Pflegefachfrauen auf der Station haben mir enorm gut getan! Diese Frauen machten ihren Job meisterhaft, nicht nur, weil sie fachkompetent waren, sondern weil sie alle etwas Wesentliches erkannt und umgesetzt haben: Wer sich wohl und willkommen fühlt, gesundet schneller. Auch wenn dies nichts Neues ist, es darf daran erinnert werden, dass Psyche, Geist und Körper zusammenspielen, einander brauchen, um im Gleichgewicht zu sein.
    Spitalaufenthalte sind Ausnahmesituationen und können belastend sein. Wer Vertrauen in Pflege und Ärzteschaft haben kann, ist weniger gestresst, das Immunsystem weniger belastet, das Gesundwerden darf im Zentrum stehen. Was denn sonst?

    Montag, 30. September 2013

    Sich entscheiden

    "Entscheiden im Supermarkt der Möglichkeiten"
    Jeder von uns muss sich hin und wieder entscheiden. Mal geht es um Alltägliches, dann wieder Persönliches, oder es geht um wichtige Entscheidungen für die Zukunft. Ab und an ist es ganz klar, ob wir dieses oder jenes wollen oder nicht. Ab und zu ist dies aber absolut nicht klar.

    Wer Lust hat, die Mechanismen und Grundlagen hinter den Entscheidungsstrukturen besser kennen zu lernen, oder schlicht sich selbst auf die Schliche kommen möchte, dem ist wärmstens empfohlen, die Ausstellung „Entscheiden“ im Stapferhaus Lenzburg zu besuchen. Gut und pfiffig, interessant und lehrreich, nachdenklich stimmend und unterhaltsam zugleich, lohnt sich dieser Ausflug. Mit einer Arbeitskarte in der Hand gibt es verschiedene Stationen, wo wir uns entscheiden dürfen. Das ausgewertete Resultat wird einem nach dem Rundgang an der Kasse ausgehändigt. 

    Selten sind 2 Stunden so schnell vorbei gegangen.   

    Donnerstag, 4. Juli 2013

    Wenn die Wertschätzung fehlt

    Immer wieder höre ich die ähnlich traurig erstaunte Enttäuschung, sowohl in der Praxis wie auch im Freundeskreis: Was ist passiert, dass es für viele Mitmenschen so schwierig geworden ist, die „Zauberwörter“ Danke, Entschuldigung, Äxgüsi, Grüezi, Merci, Tut mir leid, Guten Morgen usw. auszusprechen, ja überhaupt daran zu denken, dass diese Worte Wunder wirken können.
    Jemand lädt zum Fest ein und die wenigsten halten sich an die Anmeldefrist, geschweige denn sagen auch Danke für die grosse Mühe oder überhaupt danke dafür, dass sie mitfeiern und geniessen durften.
    Jemand muss ins Spital, und keine Arbeitskollegen erkundigen sich, wie es dem erkrankten Kollegen geht. Auch der Chef schickt keine Genesungs-wünsche in die Reha.
    Jemand stellt eine Rechnung für eine Dienstleistung aus. Diese wird ohne Entschuldigung und Erklärung erst Wochen und Monate nach der Frist beglichen, wenn überhaupt...
    Jemand sucht sorgfältig ein Geschenk aus oder sendet einen Kartengruss zum Geburtstag. Wenn keine Reaktion kommt, entsteht zuerst die Sorge, ob der Empfänger überhaupt etwas erhalten hat. Beim vorsichtigen Nachfragen wird erstaunt bestätigt, dass die Post selbstverständlich schon da ist. Die Enttäuschung der Gebenden ist die Ernte.  
    Und so weiter und so fort.

    Auch in der neusten Ausgabe Nr. 27 der Coopzeitung unter der Rubrik „Lebensberatung“ taucht diese Frage auf. Die Beraterin relativiert das Problem und meint, es könnte mit geringem Selbstwertgefühl des Gegenübers zu tun haben, wenn die höfliche Reaktion fehlt.
    Egal, womit es zu tun hat, ich denke, wer verletzt und enttäuscht ist, darf und sollte dies unbedingt ansprechen. Mit den berühmten Ich-Botschaften lässt sich zuerst mit der Selbstoffenbarung (z.B.: „Ich fühle mich verletzt, wenn du ….. unterlässt / nichts sagst / keine Reaktion zeigst“) gefolgt von einem Verhaltenswunsch (z.B. „Ich würde mich freuen, wenn ich eine persönliche Reaktion bekomme / wenn du absagen würdest, anstelle von nur Fernbleiben“). Ob dieser Wunsch in Zukunft befolgt wird, ist nicht garantiert. Die Verletzung ist aber mitgeteilt, der Ball ist nun bei der Person, die tatsächlich etwas besser machen könnte. Wenn sie es (lernen) will.

    Es bleibt die Wahl: Welches Verhalten wollen wir ertragen? Was lassen wir zu? Fühle ich mich wohl dabei? Falls ich unzufrieden bin, bleibt mir entweder das Ansprechen oder das Seinlassen.
    Wir haben die Wahl!

    Samstag, 29. Juni 2013

    Lebensfreude im Aargauer Kunsthaus

    www.aargauerkunsthaus.ch
    Zur Zeit (bis 11.8.2013) läuft eine hochinteressante Ausstellung im Kunsthaus Aarau„Rhythm in it. Vom Rhythmus in der Gegenwartskunst“.
    An diesem regnerischen Samstag war es grad passend reinzuschauen. Die Ausstellung ist vielseitig, sie besteht aus sich bewegenden und Laut gebenden Objekten wie Metronome oder Trommeln, oder solchen, die die Besucherin selber betätigen darf, bis hin zum visuellen Rhythmus in der bildenden Kunst. Die vielen Videos dazu beleben das Ganze in einer anregenden und einladenden Art und Weise. Insbesondere der Film 'Dancer' (2011) von Dara Friedman hat mich angeregt. Unterschiedlichste Menschen zeigen hier verschiedenste Tanzstile vor, mitten im öffentlichen Raum in Miami, Florida. Erkennbar ist die gemeinsame Freude am Tanzen und die Fähigkeit, ihren Rhythmus zu finden und umzusetzen, Lebensfreude pur!

    Samstag, 8. Juni 2013

    Des Fahrrads Poesie

    In einer dunklen Ecke unter der Treppe stehen viele Fahrräder. Nur selten findet ein Sonnenstrahl den Weg dorthin, aber heute stand die Sonne wieder mal im richtigen Winkel. Dieser eine Sonnenstrahl heute wurde von einem dort parkierten Herrenfahrrad so elegant aufgefangen und wieder reflektiert, dass die ganze Aufmerksamkeit der Betrachterin nur bei diesem kunstvollen Spektrum aller Farben bleiben konnte.

    Dienstag, 4. Juni 2013

    Was hilft bei Depression?

    Kein Mensch ist immer und ausschliesslich aufgestellt, fröhlich und zwäg. Hin und wieder sind wir alle ein bisschen traurig, melancholisch, bedrückt oder nachdenklich. Dies ist normal und gehört zum Menschsein. Die Dauer und die Intensität dieser Gefühle sind jedoch von Person zu Person verschieden.

    Wer von einer Depression betroffen ist, ist nicht ausschliesslich bedrückt oder traurig, sondern mehrfach belastet. Die meiste Zeit am Tag hat eine depressive Person viel weniger Antrieb, Interesse oder Freude daran, irgend etwas zu tun, was ihr normalerweise keine Mühe bereiten würde. Das meiste fällt ihr schwer, die Müdigkeit ist oft gross, auch kommen gerne Schlafstörungen hinzu. Nicht selten machen sich die Betroffenen Vorwürfe, verlieren dabei ihr Selbstwertgefühl und können sich allgemein nur schlecht konzentrieren oder überhaupt etwas zu Ende denken. Wenn dann der Gedanke an den Tod bzw. daran, das eigene Leben beenden zu wollen, hinzu kommt, dann wird die Situation noch unerträglicher. Das Ausmass der Befindlichkeit ist entscheidend für die Diagnose. Es ist jeweils die Rede von leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen.
    Im Tagesanzeiger vom 28.5.2013 wurden die neuesten Forschungsresultate dargestellt. Empfohlen wird, dass Betroffene möglichst rasch zum Psychothera-peuten gehen sollen. Bei einer schweren Depression ist die Kombination von ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung sinnvoll, bei leichteren Diagnosen kann ein regelmässig geführtes therapeutisches Gespräch gute Effekte erzielen. Jede therapeutische Behandlungsform sei besser als keine. Welche Therapieform am besten passt, muss aber jeder für sich herausfinden. Der Hausarzt resp. die Psychotherapeutin wird dabei behilflich sein.

    Mittwoch, 29. Mai 2013

    Mensch, was für ein Wetter!

    In der Schweiz regnet es momentan viel. Es ist in ganz West-Europa kalt und regnerisch. Ganz furchtbar. Das finden alle, auch die Fachleute von Meteo Schweiz. Letzte Woche wurde in der Meteosendung die Tatsache endlich erwähnt, dass in den nördlichen Regionen von Europa zur Zeit wunderbar warm und schön ist. In Nord-Norwegen, z.B. in der Region Lofoten und Vesterålen, gab es bis jetzt doppelt so viele Sommertage als im ganzen Jahr 2012!
    Vor einigen Jahren hatte ich mit Thomas Bucheli, Meteo, Schweizer Fernsehen, ein Gespräch über die Frage, warum Nord-Europa praktisch nie auf dem Bildschirm sichtbar ist, zweitens auch fast nie erwähnt wird. Äusserst selten nur wird mitgeteilt, wie die Tendenzen in den nordischen Ländern Finnland, Schweden, Norwegen und Island so sind. Die schlimmsten Stürme ziehen vorbei, die schönsten Nordlicht-Phasen finden statt, das wärmste Wetter in Europa (wie z.B. jetzt) ist da, und nur selten bekommt man diese Information! Schade. Er meinte, die Zuschauer möchten lieber das Wetter in Nord-Afrika erfahren, und ausserdem gäbe es zu wenig Platz auf dem Bildschirm, wenn Nord-Europa auch noch drauf sein sollte.
    Heute habe ich nochmals freundlich angefragt und siehe da: Ganz Europa war heute Abend sichtbar!

    Interessant auch, dass wir Menschen dem Wetter manchmal gleichen. Oft hätten wir lieber Sonne statt Regen. Oft würden wir lieber einen gut gelaunten Chef oder einen verständnisvollen Partner haben, als ein launisches Gegenüber. So wie wir uns dem Wetter entsprechend anziehen oder warten, bis der Hagelsturm vorbei ist, müssen wir in unseren Beziehungen hin und wieder mit den wichtigen Gesprächsthemen warten, bis es auch für das Gegenüber passt, oder eine andere Umgangsform finden, um die Alltagsstürme zu bewältigen.
    Es kann dabei sehr hilfreich sein, den Partner rechtzeitig über das eigene „Wetter“ zu informieren, damit kein persönlicher Hagelschaden entsteht.

    Bø i Vesterålen, Værøya

    Donnerstag, 9. Mai 2013

    Natürliche Schönheit



    Heute hat sich meine schöne Pfefferminze besonders hübsch gemacht. Mit einer geschenkten Perlenkette aus frühlingsweichen und klaren Regentropfen zeigt sie sich stolz der Morgensonne. 

    Mittwoch, 17. April 2013

    Ferdinand Hodler

    Vor einiger Zeit habe ich die Ausstellung "Ferdinand Hodler" in der Fondation Beyeler besucht. Immer wieder hat Hodler den Genfersee mit dem Mont Blanc gemalt. Auch wenn es der gleiche Beobachtungsstandpunkt des Malers ist, das Licht und die Farben sind je nach Jahres- und Tageszeit immer wieder verschieden und der Fokus des Betrachters ändert sich entsprechend. Mal bleibt der Blick am See, mal bleiben die Augen bei den Bergen als Reihe, dann wiederum steht nur ein Berg im Fokus.

    Ist es nicht ähnlich wie bei uns Menschen? Eine Person fällt auf, vielleicht weil sie sich ansprechend bewegt, ein andermal, weil sie so in Gedanken versunken ist, dass wir am liebsten nachfragen würden, woran sie grad denke. Vielleicht fühlen wir uns berührt, weil jemand traurige Augen hat. Oder eine Art zu lachen fällt auf, so dass wir grad selber mitlachen möchten!

    Betrachten, beobachten, sich berühren lassen.

    Ferdinand Hodler - Genfersee mit Mont Blanc 

    Dienstag, 9. April 2013

    Nachtzug nach Lissabon

    Etwas wissen wollen, sich auf den Weg machen, ein Ziel verfolgen, einen Herzenswunsch entstehen lassen und sich so mal mehr vom Herzen als vom Verstand führen zu lassen, das ist eine Kunst.
    Vor ein paar Jahren habe ich das wunderbare Buch (2004) von Pascal Mercier gelesen. Auch wenn der Film mit dem gleichen Namen ein bisschen anders ist, auch dieser hat mich berührt.

    Wer sich nochmals erinnern, vertiefen und inspirieren möchte, schaut und liest sich mit Vorteil in den folgenden Blog ein, der fortlaufend am Entstehen ist:
    http://im-nachtzug.blogspot.ch/

    Nachtzug nach Lissabon - Film 2013

    Montag, 18. März 2013

    Glück

    Heute regnet es leicht, es ist eher kühl, das passende Montagswetter für einen Montag. 

    Nach der Mittagspause, im Wartehäuschen an meiner Bushaltestelle, dann diese kleine freudige Glücksbotschaft von einer unbekannten, der Handschrift nach, eher jüngeren Person. In diesem Moment ist es mir und weiteren wartenden Menschen egal, mit welcher Absicht dieser Zettel hier aufgehängt wurde. Wir sind alle erheitert, fühlen uns reich beschenkt und steigen fröhlich in den Bus. 

    So schön kann ein Montag sein!


    Mittwoch, 6. März 2013

    Doppelbelastung als Herausforderung

    Wenn Paare zu mir in die Praxis kommen, steht das Thema Haushalt relativ häufig an. In der Regel geht es um den Wunsch nach gerechter Aufteilung von Arbeit, Aufgaben, Verantwortung, Zeit und Energie. Dieses Phänomen, das die meisten kennen, kann versehentlich zu viel Missstimmung in der Beziehung führen. Eine Patentlösung für eine gerechte Aufteilung gibt es eindeutig nicht.

    In regelmässigen Abständen kommt dieses Thema in Zeitungen und Magazinen vor, so auch am 2. März 2013 in der Aargauer Zeitung unter dem Titel "Du Schatz, was gibts denn heute zum Znacht?" wie auch im Tagesanzeiger vom 6. März 2013 unter dem Titel "Wenn der Vater Vollzeit arbeitet, hat die Mutter schon verloren". Beide Artikel sind von Frauen verfasst, Sibylla Stillhart und Bettina Weber.

    Nicht selten sind es die Frauen, die mit der Zeit ärgerlich und zu recht enttäuscht reagieren, wenn sie ihren Partner jeweils um alles bitten müssen bzw. wenn etwas zwar vereinbart, aber nicht eingehalten wurde. Das Thema betrifft schon die kleinste private Abmachung zum Thema Verantwortung und Haushalt innerhalb der eigenen vier Wände. Das Thema geht gleichzeitig die ganze Gesellschaft an, mit ihren Haltungen und Wertvorstellungen zu Geschlechterrollen, Arbeitsbedingungen für Frau und Mann sowie entsprechenden Zuständigkeiten im weitesten Sinn.

    Im privaten Bereich gibt es für alle Menschen zu tun. Es kann dabei zur Falle werden, wenn versehentlich die Haltung entsteht, dass der Mann der Frau "helfen" sollte. Dann wird die Frau automatisch zur Chefin, der Mann verkommt zum Helfer (und muss nicht verantwortlich sein). Die Chefin ist somit automatisch für alles zuständig. Wenn dies jemand so will, ist es in Ordnung. Wenn aber eine andere Aufteilung der Zuständigkeiten erwünscht ist, dann kann es bereits hilfreich sein, andere Wörter als "helfen" zu benutzen, z.B.: es gibt Aufgaben zu erledigen, wer übernimmt was? Dies kann auch im Familiensetting, zusammen mit den Kindern, angegangen werden. Eine Liste mit Aufgaben, die wöchentlich erledigt werden sollten, kann sich bewähren. Datum und Visum zeigen auf, wer seinen Teil erledigt hat und wer noch etwas beitragen könnte. Auch wenn dies ein bisschen technisch wirken kann, es unterbricht auf jeden Fall alte Gewohnheiten.

    Auch die Art und Weise, wie die Sprache eingesetzt, wie Wörter verwendet werden, prägt unsere Haltung. Das Wort Doppelbelastung wird praktisch nur in Bezug auf Frauen verwendet. Auch wenn von Angestellten für den Haushalt gesprochen wird, wird meistens das Wort Putzfrau benutzt. Man denkt dabei automatisch an Frauen. Dabei geht es um Arbeit, die gemacht werden sollte, egal von wem. Diese Art Prägungen hören auch die Kinder, Mädchen wie Jungen, was bestimmt nicht förderlich für eine offenere Haltung der heranwachsenden Generation ist.

    In der Aufteilung der Zuständigkeiten in der Berufswelt braucht es zusätzliche Wege. Vermutlich wird dies nur gehen, wenn auch auf der obersten Hierarchiestufen eine Haltungsänderung erfolgt. Weltoffene, kreative, innovative Führungspersonen mit Weitblick sind gefragt. Wer berufstätig ist und gleichzeitig Kinder hat, kann alles nur unter einen Hut  kriegen, wenn er/sie einen hohen Preis zahlt (persönlich, gesellschaftspolitisch, betriebswirtschaftlich, psychosozial). Bis jetzt waren es meist die Frauen, die diesen zu zahlen hatten.

    Einige Frauen greifen auf, beschreiben und klagen an. Einige Männer sind mehr als bereit, etwas in ihrem Umfeld zu ändern. Die Mehrheit der Männer jedoch scheint ein wenig träge zu sein. Was hindert sie daran, pragmatisch umsetzbare Schritte zu wagen, um neue Massstäbe zu setzen?