Kein Mensch ist immer und ausschliesslich aufgestellt, fröhlich und zwäg. Hin und wieder sind wir alle ein bisschen traurig, melancholisch, bedrückt oder nachdenklich. Dies ist normal und gehört zum Menschsein. Die Dauer und die Intensität dieser Gefühle sind jedoch von Person zu Person verschieden.
Wer von einer Depression betroffen ist, ist nicht ausschliesslich bedrückt oder traurig, sondern mehrfach belastet. Die meiste Zeit am Tag hat eine depressive Person viel weniger Antrieb, Interesse oder Freude daran, irgend etwas zu tun, was ihr normalerweise keine Mühe bereiten würde. Das meiste fällt ihr schwer, die Müdigkeit ist oft gross, auch kommen gerne Schlafstörungen hinzu. Nicht selten machen sich die Betroffenen Vorwürfe, verlieren dabei ihr Selbstwertgefühl und können sich allgemein nur schlecht konzentrieren oder überhaupt etwas zu Ende denken. Wenn dann der Gedanke an den Tod bzw. daran, das eigene Leben beenden zu wollen, hinzu kommt, dann wird die Situation noch unerträglicher. Das Ausmass der Befindlichkeit ist entscheidend für die Diagnose. Es ist jeweils die Rede von leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen.
Im Tagesanzeiger vom 28.5.2013 wurden die neuesten Forschungsresultate dargestellt. Empfohlen wird, dass Betroffene möglichst rasch zum Psychothera-peuten gehen sollen. Bei einer schweren Depression ist die Kombination von ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung sinnvoll, bei leichteren Diagnosen kann ein regelmässig geführtes therapeutisches Gespräch gute Effekte erzielen. Jede therapeutische Behandlungsform sei besser als keine. Welche Therapieform am besten passt, muss aber jeder für sich herausfinden. Der Hausarzt resp. die Psychotherapeutin wird dabei behilflich sein.
In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders! ...und was ich sonst noch dazu denke...
Dienstag, 4. Juni 2013
Mittwoch, 29. Mai 2013
Mensch, was für ein Wetter!
In der Schweiz regnet es momentan viel. Es ist in ganz
West-Europa kalt und regnerisch. Ganz furchtbar. Das finden alle, auch die
Fachleute von Meteo Schweiz. Letzte Woche wurde in der Meteosendung die
Tatsache endlich erwähnt, dass in den nördlichen Regionen von Europa zur Zeit
wunderbar warm und schön ist. In Nord-Norwegen, z.B. in der Region Lofoten und
Vesterålen, gab es bis jetzt doppelt so viele Sommertage als im ganzen Jahr
2012!
Vor einigen Jahren hatte ich mit Thomas Bucheli, Meteo, Schweizer Fernsehen, ein Gespräch über die Frage, warum Nord-Europa praktisch
nie auf dem Bildschirm sichtbar ist, zweitens auch fast nie erwähnt wird. Äusserst
selten nur wird mitgeteilt, wie die Tendenzen in den nordischen Ländern
Finnland, Schweden, Norwegen und Island so sind. Die schlimmsten Stürme ziehen
vorbei, die schönsten Nordlicht-Phasen finden statt, das wärmste Wetter in
Europa (wie z.B. jetzt) ist da, und nur selten bekommt man diese Information!
Schade. Er meinte, die Zuschauer möchten lieber das Wetter in Nord-Afrika
erfahren, und ausserdem gäbe es zu wenig Platz auf dem Bildschirm, wenn
Nord-Europa auch noch drauf sein sollte.
Heute habe ich nochmals freundlich angefragt und siehe da: Ganz Europa war heute Abend sichtbar!
Interessant auch, dass wir Menschen dem Wetter
manchmal gleichen. Oft hätten wir lieber Sonne statt Regen. Oft würden wir
lieber einen gut gelaunten Chef oder einen verständnisvollen Partner haben, als
ein launisches Gegenüber. So wie wir uns dem Wetter entsprechend anziehen oder
warten, bis der Hagelsturm vorbei ist, müssen wir in unseren Beziehungen hin und
wieder mit den wichtigen Gesprächsthemen warten, bis es auch für das Gegenüber
passt, oder eine andere Umgangsform finden, um die Alltagsstürme zu bewältigen.
Es kann dabei sehr hilfreich sein, den Partner rechtzeitig über das
eigene „Wetter“ zu informieren, damit kein persönlicher Hagelschaden
entsteht.| Bø i Vesterålen, Værøya |
Donnerstag, 9. Mai 2013
Mittwoch, 17. April 2013
Ferdinand Hodler
Vor einiger Zeit habe ich die Ausstellung "Ferdinand Hodler" in der Fondation Beyeler besucht. Immer wieder hat Hodler den Genfersee mit dem Mont Blanc gemalt. Auch wenn es der gleiche Beobachtungsstandpunkt des Malers ist, das Licht und die Farben sind je nach Jahres- und Tageszeit immer wieder verschieden und der Fokus des Betrachters ändert sich entsprechend. Mal bleibt der Blick am See, mal bleiben die Augen bei den Bergen als Reihe, dann wiederum steht nur ein Berg im Fokus.
Ist es nicht ähnlich wie bei uns Menschen? Eine Person fällt auf, vielleicht weil sie sich ansprechend bewegt, ein andermal, weil sie so in Gedanken versunken ist, dass wir am liebsten nachfragen würden, woran sie grad denke. Vielleicht fühlen wir uns berührt, weil jemand traurige Augen hat. Oder eine Art zu lachen fällt auf, so dass wir grad selber mitlachen möchten!
Betrachten, beobachten, sich berühren lassen.
Ist es nicht ähnlich wie bei uns Menschen? Eine Person fällt auf, vielleicht weil sie sich ansprechend bewegt, ein andermal, weil sie so in Gedanken versunken ist, dass wir am liebsten nachfragen würden, woran sie grad denke. Vielleicht fühlen wir uns berührt, weil jemand traurige Augen hat. Oder eine Art zu lachen fällt auf, so dass wir grad selber mitlachen möchten!
Betrachten, beobachten, sich berühren lassen.
| Ferdinand Hodler - Genfersee mit Mont Blanc |
Dienstag, 9. April 2013
Nachtzug nach Lissabon
Etwas wissen wollen, sich auf den Weg machen, ein Ziel verfolgen, einen Herzenswunsch entstehen lassen und sich so mal mehr vom Herzen als vom Verstand führen zu lassen, das ist eine Kunst.
Vor ein paar Jahren habe ich das wunderbare Buch (2004) von Pascal Mercier gelesen. Auch wenn der Film mit dem gleichen Namen ein bisschen anders ist, auch dieser hat mich berührt.
Wer sich nochmals erinnern, vertiefen und inspirieren möchte, schaut und liest sich mit Vorteil in den folgenden Blog ein, der fortlaufend am Entstehen ist:
http://im-nachtzug.blogspot.ch/
Vor ein paar Jahren habe ich das wunderbare Buch (2004) von Pascal Mercier gelesen. Auch wenn der Film mit dem gleichen Namen ein bisschen anders ist, auch dieser hat mich berührt.
Wer sich nochmals erinnern, vertiefen und inspirieren möchte, schaut und liest sich mit Vorteil in den folgenden Blog ein, der fortlaufend am Entstehen ist:
http://im-nachtzug.blogspot.ch/
| Nachtzug nach Lissabon - Film 2013 |
Montag, 18. März 2013
Glück
Heute regnet es leicht, es ist eher kühl, das passende
Montagswetter für einen Montag.
Nach der Mittagspause, im Wartehäuschen an
meiner Bushaltestelle, dann diese kleine freudige Glücksbotschaft von einer
unbekannten, der Handschrift nach, eher jüngeren Person. In diesem Moment ist
es mir und weiteren wartenden Menschen egal, mit welcher Absicht dieser Zettel
hier aufgehängt wurde. Wir sind alle erheitert, fühlen uns reich beschenkt und
steigen fröhlich in den Bus.
So schön kann ein Montag sein!
Mittwoch, 6. März 2013
Doppelbelastung als Herausforderung
Wenn Paare zu mir in die Praxis kommen, steht das Thema Haushalt relativ häufig an. In der Regel
geht es um den Wunsch nach gerechter Aufteilung von Arbeit, Aufgaben,
Verantwortung, Zeit und Energie. Dieses Phänomen, das die meisten kennen, kann versehentlich zu viel Missstimmung in der Beziehung führen. Eine Patentlösung für eine gerechte Aufteilung gibt es eindeutig nicht.
In regelmässigen Abständen kommt dieses Thema in Zeitungen und Magazinen vor, so auch am 2. März 2013 in der Aargauer Zeitung unter dem Titel "Du Schatz, was gibts denn heute zum Znacht?" wie auch im Tagesanzeiger vom 6. März 2013 unter dem Titel "Wenn der Vater Vollzeit arbeitet, hat die Mutter schon verloren". Beide Artikel sind von Frauen verfasst, Sibylla Stillhart und Bettina Weber.
Nicht selten sind es die Frauen, die mit der Zeit ärgerlich und zu recht enttäuscht reagieren, wenn sie ihren Partner jeweils um alles bitten müssen bzw. wenn etwas zwar vereinbart, aber nicht eingehalten wurde. Das Thema betrifft schon die kleinste private Abmachung zum Thema Verantwortung und Haushalt innerhalb der eigenen vier Wände. Das Thema geht gleichzeitig die ganze Gesellschaft an, mit ihren Haltungen und Wertvorstellungen zu Geschlechterrollen, Arbeitsbedingungen für Frau und Mann sowie entsprechenden Zuständigkeiten im weitesten Sinn.
Im privaten Bereich gibt es für alle Menschen zu tun. Es kann dabei zur Falle werden, wenn versehentlich die Haltung entsteht, dass der Mann der Frau "helfen" sollte. Dann wird die Frau automatisch zur Chefin, der Mann verkommt zum Helfer
(und muss nicht verantwortlich sein). Die Chefin ist somit automatisch für alles zuständig. Wenn dies jemand so will, ist es in Ordnung. Wenn aber eine andere Aufteilung der Zuständigkeiten erwünscht ist, dann kann es bereits hilfreich sein, andere Wörter als "helfen" zu benutzen, z.B.: es gibt Aufgaben zu erledigen, wer übernimmt was? Dies kann auch im Familiensetting, zusammen mit den Kindern, angegangen
werden. Eine Liste mit
Aufgaben, die wöchentlich erledigt werden sollten, kann sich bewähren. Datum und Visum zeigen auf,
wer seinen Teil erledigt hat und wer noch etwas beitragen könnte. Auch wenn dies ein bisschen technisch wirken kann, es unterbricht auf jeden Fall alte Gewohnheiten.
Auch die Art und Weise, wie die Sprache eingesetzt, wie Wörter verwendet werden, prägt unsere Haltung. Das Wort Doppelbelastung wird praktisch nur in Bezug auf Frauen verwendet. Auch wenn von Angestellten für den Haushalt gesprochen wird, wird meistens das Wort Putzfrau benutzt. Man denkt dabei automatisch an Frauen. Dabei geht es um Arbeit, die gemacht werden sollte, egal von wem. Diese Art Prägungen hören auch die Kinder, Mädchen wie Jungen, was bestimmt nicht förderlich für eine offenere Haltung der heranwachsenden Generation ist.
In der Aufteilung der Zuständigkeiten in der Berufswelt braucht es zusätzliche Wege. Vermutlich wird dies nur gehen, wenn auch auf der obersten Hierarchiestufen eine Haltungsänderung erfolgt. Weltoffene, kreative, innovative Führungspersonen mit Weitblick sind gefragt. Wer berufstätig ist und gleichzeitig Kinder hat, kann alles nur unter einen Hut kriegen, wenn er/sie einen hohen Preis zahlt (persönlich, gesellschaftspolitisch, betriebswirtschaftlich, psychosozial). Bis jetzt waren es meist die Frauen, die diesen zu zahlen hatten.
Einige Frauen greifen auf, beschreiben und klagen an. Einige Männer sind mehr als bereit, etwas in ihrem Umfeld zu ändern. Die Mehrheit der Männer jedoch scheint ein wenig träge zu sein. Was hindert sie daran, pragmatisch umsetzbare Schritte zu wagen, um neue Massstäbe zu setzen?
In regelmässigen Abständen kommt dieses Thema in Zeitungen und Magazinen vor, so auch am 2. März 2013 in der Aargauer Zeitung unter dem Titel "Du Schatz, was gibts denn heute zum Znacht?" wie auch im Tagesanzeiger vom 6. März 2013 unter dem Titel "Wenn der Vater Vollzeit arbeitet, hat die Mutter schon verloren". Beide Artikel sind von Frauen verfasst, Sibylla Stillhart und Bettina Weber.
Nicht selten sind es die Frauen, die mit der Zeit ärgerlich und zu recht enttäuscht reagieren, wenn sie ihren Partner jeweils um alles bitten müssen bzw. wenn etwas zwar vereinbart, aber nicht eingehalten wurde. Das Thema betrifft schon die kleinste private Abmachung zum Thema Verantwortung und Haushalt innerhalb der eigenen vier Wände. Das Thema geht gleichzeitig die ganze Gesellschaft an, mit ihren Haltungen und Wertvorstellungen zu Geschlechterrollen, Arbeitsbedingungen für Frau und Mann sowie entsprechenden Zuständigkeiten im weitesten Sinn.
Auch die Art und Weise, wie die Sprache eingesetzt, wie Wörter verwendet werden, prägt unsere Haltung. Das Wort Doppelbelastung wird praktisch nur in Bezug auf Frauen verwendet. Auch wenn von Angestellten für den Haushalt gesprochen wird, wird meistens das Wort Putzfrau benutzt. Man denkt dabei automatisch an Frauen. Dabei geht es um Arbeit, die gemacht werden sollte, egal von wem. Diese Art Prägungen hören auch die Kinder, Mädchen wie Jungen, was bestimmt nicht förderlich für eine offenere Haltung der heranwachsenden Generation ist.
In der Aufteilung der Zuständigkeiten in der Berufswelt braucht es zusätzliche Wege. Vermutlich wird dies nur gehen, wenn auch auf der obersten Hierarchiestufen eine Haltungsänderung erfolgt. Weltoffene, kreative, innovative Führungspersonen mit Weitblick sind gefragt. Wer berufstätig ist und gleichzeitig Kinder hat, kann alles nur unter einen Hut kriegen, wenn er/sie einen hohen Preis zahlt (persönlich, gesellschaftspolitisch, betriebswirtschaftlich, psychosozial). Bis jetzt waren es meist die Frauen, die diesen zu zahlen hatten.
Einige Frauen greifen auf, beschreiben und klagen an. Einige Männer sind mehr als bereit, etwas in ihrem Umfeld zu ändern. Die Mehrheit der Männer jedoch scheint ein wenig träge zu sein. Was hindert sie daran, pragmatisch umsetzbare Schritte zu wagen, um neue Massstäbe zu setzen?
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